HouseSense

Warum liefern zwei Scans desselben Raums unterschiedliche Zahlen?

Weil ein Scan misst, was das Telefon an dem Tag sehen konnte — keine Musterlösung. Hier sind die fünf Gründe, warum derselbe Raum zwei Maße bekommt, und wie Sie entscheiden, welchem Scan Sie glauben sollten.

Kurz gesagt: Zwei Scans desselben Raums liefern unterschiedliche Zahlen, weil ein Scan keine feste Lösung nachschlägt — er misst die Flächen, die das Telefon tatsächlich gesehen hat, und bestimmt selbst, wo die Wand "beginnt". Ändern sich Licht, Route, Tempo oder Möbel, ändert sich die Grundlage. Der Unterschied ist deshalb kein Zeichen dafür, dass die App unzuverlässig ist; er ist ein Maß dafür, wie schwer sich der Raum scannen lässt. Wollen Sie wissen, welcher der beiden Scans stimmt, messen Sie eine lange Wand mit dem Maßband — der Scan, der dem Maßband am nächsten kommt, ist auch der, dem Sie im Rest des Raums vertrauen können.

Ein Scan ist eine Messung, kein Nachschlagewerk

Es ist naheliegend zu erwarten, dass ein Raum eine wahre Zahl hat, die ein Scan entweder trifft oder nicht. Aber ein Raum hat keine einzige Zahl. Ein Raum hat eine Breite am Boden und eine andere an der Decke, eine Breite bei der Tür und eine andere beim Fenster, eine Breite hinter dem Regal und eine andere davor. Wenn Sie einen Raum selbst mit dem Maßband ausmessen, wählen Sie unbewusst eine bestimmte Stelle zum Messen — und eine andere Person hätte eine andere Stelle gewählt und eine andere Zahl bekommen.

Ein LiDAR-Scan macht dasselbe, sagt Ihnen nur nicht, wo er sich entschieden hat zu messen. Zwei Scans desselben Raums sind deshalb zwei unabhängige Aufmaße, die an unterschiedlichen Stellen derselben unebenen Wand vorgenommen wurden. Dass sie unterschiedliche Zahlen liefern, ist nicht seltsam. Seltsam wäre es, wenn sie genau dasselbe ergäben.

Die fünf Gründe, warum sich die Zahlen verschieben

1. Sie sind einen anderen Weg gegangen

Das Telefon behält seine eigene Position im Blick, indem es Details im Kamerabild wiedererkennt, und diese Unsicherheit wächst, je länger Sie unterwegs sind, bevor Sie zu etwas zurückkehren, das es wiedererkennt. Sind Sie das eine Mal im Uhrzeigersinn durch den Raum gegangen und das andere Mal hin und her, hatte das Telefon zwei verschiedene Wege abzurechnen. Die Länge dieses Wegs beeinflusst, wie sehr die Positionen driften durften.

Deshalb weicht auch der letzte Raum eines großen Scans häufiger ab als der erste: Der Fehler sammelt sich unterwegs an.

2. Das Licht war nicht dasselbe

Die eigentliche Abstandsmessung von LiDAR funktioniert im Dunkeln. Die Positionsbestimmung des Telefons nicht — sie schaut auf das Kamerabild. Ein Scan um 11 Uhr mit Sonne durch die Fenster und ein Scan um 22 Uhr mit einer einzigen Deckenlampe sind zwei verschiedene Aufgaben für das Telefon. Abends werden die Scheiben zudem von innen spiegelblank, und ein Spiegel ist das Einzelne, was einen Scan am stärksten stört.

3. Die Möbel standen anders — oder Sie standen anders zu ihnen

Ein Regal, ein Bett oder ein Sofa vor der Wand bedeutet, dass der Scan die Wand dort nicht sieht. Manchmal wird die Vorderkante des Möbelstücks zur Wand, manchmal wird die echte Wand in einem schmalen Spalt zwischen zwei Möbelstücken gefunden. Zwei Scans können deshalb auf unterschiedlichen Flächen landen und einen Raum messen, der im einen Fall 5-6 cm schmaler ist als im anderen — ohne dass einer der beiden etwas falsch macht. Sie haben einfach nicht dasselbe gesehen.

4. Fußleiste, Gardinenblende und Sockelleiste

Wo beginnt die Wand? An der Vorderkante der Fußleiste oder am Putz dahinter? Eine Fußleiste ist meist 1-2 cm stark, und sie sitzt auf beiden Seiten des Raums — die Wahl verschiebt die Raumbreite also um 2-4 cm. Scannen Sie niedrig am Boden entlang, erfassen Sie die Fußleiste. Scannen Sie in Brusthöhe, erfassen Sie die Wand. Das allein kann den gesamten Unterschied zwischen Ihren beiden Scans erklären.

5. Das Tempo

Schnelle Bewegungen erzeugen verwackelte Kamerabilder, und verwackelte Bilder geben dem Telefon weniger Details zum Wiedererkennen. Ein Scan im ruhigen Gehtempo und einer in Eile sind nicht vergleichbar. Das Tempo ist der einzige der fünf Gründe, den Sie vollständig und kostenlos beseitigen können.

Wie groß darf der Unterschied sein?

Es gibt keine allgemeine Zahl dafür, wie stark zwei Scans abweichen dürfen — das hängt vom Raum ab. Aber Sie können selbst mit einer kleinen Rechnung entscheiden, ob der Unterschied für Ihren Zweck etwas bedeutet.

Beispiel: Zwei Scans desselben Wohnzimmers ergeben 418 cm und 425 cm an der langen Wand. Der Unterschied beträgt 7 cm. Bei 418 cm sind das 7 ÷ 418 × 100 = 1,7 %. Soll das Wohnzimmer gestrichen werden, ist das bedeutungslos — der Verschnitt der Farbe ist größer als das. Soll ein Boden verlegt werden, liegt 7 cm über den ganzen Raum unter einer Dielenbreite und geht im ohnehin gekauften Übermaß unter. Soll ein Schrank gebaut werden, der exakt zwischen zwei Wände passt, sind 7 cm katastrophal — aber dort muss ohnehin vor Ort mit dem Maßband gemessen werden, egal wie gut der Scan ist.

Die Regel lautet also nicht "wie viele Zentimeter darf es abweichen", sondern "wofür soll die Zahl gebraucht werden".

So entscheiden Sie, welcher Scan stimmt

  1. Wählen Sie ein Maß, das in beiden Scans vorkommt — am besten die längste ununterbrochene Wand des Raums, von Wand zu Wand gemessen.
  2. Messen Sie es in der Realität mit einem Maßband, in Bodenhöhe, aber über der Fußleiste, sodass Sie die Wand und nicht die Leiste messen. Notieren Sie die Zahl in Zentimetern.
  3. Vergleichen Sie mit beiden Scans. Der, der am nächsten trifft, ist der, den Sie künftig verwenden.
  4. Liegen beide Scans auf derselben Seite des Maßbands — beide zu groß oder beide zu klein —, ist meist die Fußleiste oder eine Wandverkleidung mitgezählt worden. Dann ist es ein systematischer Unterschied, den Sie in der ganzen Wohnung abziehen können, kein Zufallsrauschen.

Gerade Punkt 4 lohnt sich zu kennen. Zufällige Fehler schwanken in beide Richtungen und gleichen sich über viele Räume aus. Systematische Fehler tun das nicht — sie legen sich obendrauf und können die Fläche der ganzen Wohnung zu groß oder zu klein machen.

So bringen Sie zwei Scans dazu, einander zu ähneln

Wollen Sie zwei Scans vergleichen können — etwa vor und nach einem Umbau, oder um sich selbst zu kontrollieren —, sollten Sie sie so ähnlich wie möglich machen:

Tun Sie das, wird der Unterschied zwischen zwei Scans klein — und der verbleibende Unterschied ist ein ehrliches Maß dafür, wie schwer genau dieser Raum ist.

Wenn der Unterschied groß ist: suchen Sie eine Ursache, keinen Durchschnitt

Die Versuchung, wenn zwei Scans 418 und 425 sagen, ist, den Durchschnitt zu nehmen: 421,5. Lassen Sie es. Zwei stark abweichende Scans sind selten zwei gleich gute Schätzungen mit jeweils einem kleinen Fehler — meist hat einer von ihnen etwas Konkretes erwischt: einen Spiegel, eine Glastür, einen Scan, der zwischen zwei Räumen unterbrochen wurde, oder ein Regal, das die Wand verdeckt hat. Finden Sie die Ursache, verwerfen Sie den schlechten Scan, und behalten Sie den guten. Ein Durchschnitt aus einer richtigen und einer falschen Zahl ist nur eine neue falsche Zahl.

Was HouseSense dagegen tut

HouseSense rechnet konsequent in Innenmaßen — von Wandfläche zu Wandfläche —, sodass die Zahl, die Sie in der App sehen, dieselbe Zahl ist, die Sie mit einem Maßband im Raum nachmessen können. Das macht die Nachkontrolle möglich, und die Nachkontrolle ist der ganze Sinn: Sie sollen die App überprüfen können, nicht ihr glauben müssen.

Haben Sie zwei Scans derselben Wohnung in HouseSense, können Sie beide behalten und Raum für Raum vergleichen, bevor Sie entscheiden, mit welchem Sie weiterarbeiten. Sie können die Wohnung auch auf dem Millimeterpapier der App zeichnen und Ihre eigenen Maßbandzahlen direkt eintragen — dort gibt es nur eine Zahl, nämlich die, die Sie selbst gemessen haben.

Das zugrunde liegende Prinzip der App ist, dass der Grundriss hübsch sein darf, die Zahlen aber nicht. Deshalb zeigt HouseSense keine erfundene Präzisionszahl an und gleicht zwei Scans nicht still und heimlich einander an. Zwei Messungen, die sich widersprechen, sind Information — nichts, das versteckt werden sollte.

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Diese Artikel sind allgemeine Hinweise, keine Beratung zu deiner konkreten Wohnung. Regeln zu Flächen, Bauarbeiten und Genehmigungen unterscheiden sich von Land zu Land und ändern sich — frage vor jeder Entscheidung die Behörden oder eine Fachperson.