HouseSense

Welcher Raum in der Wohnung hat die meiste Morgensonne?

Wenn Sie Schlafzimmer, Esstisch oder Arbeitszimmer richtig platzieren möchten, reicht es nicht zu wissen, dass die Wohnung „gut ausgerichtet" ist. Sie müssen wissen, welcher Raum tatsächlich früh Sonne bekommt und welcher erst spät am Tag hell wird — und das hängt von der Himmelsrichtung ab, nicht vom Bauchgefühl.

Kurze Antwort: Der Raum, der am meisten nach Osten ausgerichtet ist, bekommt die Sonne zuerst. Ein Raum, dessen Fenster oder Fassade ungefähr nach Osten zeigt — nicht zwingend genau auf der Kompassrichtung 90°, sondern innerhalb einer breiten Spanne darum — fängt die Morgensonne ein, während ein nach Westen ausgerichteter Raum erst spät am Nachmittag Sonne bekommt. Möchten Sie das für Ihre eigene Wohnung sicher wissen, müssen Sie die Nordrichtung des Hauses und die tatsächliche Ausrichtung der Räume kennen — eine Vermutung nach dem Motto „die Sonne geht doch im Osten auf" trifft selten zu, weil ein Raum selten exakt rechtwinklig zu einer Himmelsrichtung steht.

Warum „Morgensonne" nicht dasselbe ist wie „nach Osten ausgerichtet"

Die Sonne geht nicht genau im Osten auf — das tut sie nur an zwei Tagen im Jahr, zur Frühlings- und Herbst-Tagundnachtgleiche. Den Rest des Jahres geht sie ein Stück in Richtung Nordosten im Sommer und Richtung Südosten im Winter auf. Ein Raum, der genau nach Osten ausgerichtet ist, bekommt deshalb das ganze Jahr über Morgensonne, während ein Raum, der nach Nordosten ausgerichtet ist, im Sommer am meisten Morgensonne bekommt und im Winter weniger, wenn der Sonnenaufgang weiter nach Süden gerückt ist.

Das ist der Grund, warum ein einfacher Kompassblick auf einen Grundriss nicht genügt. Man muss wissen, für welche Jahreszeit die Frage gilt, damit die Antwort präzise ist.

So finden Sie die tatsächliche Himmelsrichtung des Raums

Die vier Haupthimmelsrichtungen, kurz erklärt

Warum eine Vermutung selten stimmt

Die meisten Wohnungen haben keine Räume, die exakt auf eine Himmelsrichtung ausgerichtet sind. Ein Raum kann 20-30° von reinem Osten abweichen und sich deshalb wie eine Mischung verhalten — etwas Morgensonne, etwas Vormittagssonne, je nach Jahreszeit. Ohne den tatsächlichen Winkel zu kennen, rät man leicht falsch, besonders in Häusern, deren Grundstück nicht rechtwinklig zu Norden liegt, was in älteren Vierteln und auf schiefen Grundstücken üblich ist.

Das Nachbarhaus, Bäume und andere Gebäude spielen ebenfalls eine Rolle. Ein Raum, der theoretisch richtig zur Sonne ausgerichtet ist, kann trotzdem den größten Teil des Morgens im Schatten liegen, wenn ein hohes Gebäude oder ein Baum genau im Weg steht. Das kann weder ein Grundriss noch eine einfache Kompassbeurteilung erfassen — dafür muss man das tatsächliche umgebende Gelände betrachten.

Kann die App zeigen, wo am meisten Verkehrslärm ist?

Das ist eine verwandte, aber andere Frage als die nach der Sonne, und sie wird mit anderen Signalen beantwortet: dem Abstand des Raums zu einer stark befahrenen Straße und wie viel Glasfläche der Raum in diese Richtung hat. Ein Raum mit einem großen Fenster nahe einer befahrenen Straße erlebt typisch mehr Lärm als ein weiter entfernter Raum mit einem kleinen Fenster in derselben Richtung — aber das ist eine relative Einschätzung, kein gemessener Dezibelwert. Keine App kann eine tatsächliche Lärmmessung ohne ein Mikrofon vor Ort liefern; was möglich ist, ist der Vergleich der Räume eines Hauses untereinander anhand von Abstand und Glasfläche, und ein Hinweis darauf, welcher wahrscheinlich am ruhigsten ist.

Wie findet man das privateste Schlafzimmer?

Einsehbarkeit betrifft, wie gut ein Raum von der Umgebung aus gesehen werden kann — von Nachbarfenstern, einem Gehweg, einer Straße mit Fußgängerverkehr. Ein Raum mit Fenstern, die direkt auf eine Stelle zeigen, an der sich viele Menschen aufhalten, ist stärker einsehbar als ein Raum, der zu einem abgeschlossenen Garten oder von Verkehr weg ausgerichtet ist. Auch hier handelt es sich um einen Vergleich zwischen den Räumen desselben Hauses, keine absolute Messung — dafür muss man die Lage der umliegenden Gebäude und Straßen kennen, entnommen aus einer Karte, nicht aus einem Scan der Wohnung selbst.

Was keines der drei Signale garantieren kann

Sonne, Lärm und Einsehbarkeit, beurteilt anhand von Richtung, Abstand und Glasfläche, sind Indikatoren — keine Garantien. Ein Raum kann theoretisch richtig zur Sonne zeigen und trotzdem im Schatten eines Gebäudes liegen, das nicht in der Berechnung enthalten ist. Ein Raum kann weit von einer erfassten Straße entfernt liegen und trotzdem Lärm von einer Quelle erleben, die keine Kartendaten kennen — ein Nachbar mit einer Wärmepumpe, ein Spielplatz, eine Baustelle, die nächstes Jahr eröffnet. Nutzen Sie solche Einschätzungen, um die Wahl zwischen Räumen einzugrenzen, nicht als letztes Wort. Stehen Sie zu verschiedenen Tageszeiten im Raum, wenn die Entscheidung wichtig genug ist.

Was HouseSense macht

HouseSense rangiert die Räume des Hauses nach gemessenen Signalen: welcher Raum die meiste Morgen- und Abendsonne hat, anhand der Himmelsrichtung des Raums und der tatsächlichen Nordrichtung des Hauses; welcher Raum am ruhigsten liegt, anhand von Abstand zum Verkehr und Glasfläche; und welcher Raum am stärksten einsehbar ist. Alles wird relativ zwischen den Räumen desselben Hauses berechnet — die App erfindet nie einen Dezibelwert oder eine Sonnenstunde, die sie nicht messen kann. Die Funktion setzt voraus, dass die Nordrichtung der Wohnung und die Markierungen für die Umgebung (Straßen, Gebäude) auf der Karte gesetzt sind — ohne das gibt es nichts zu vergleichen.

Eine praktische Vorgehensweise, wenn Sie die Räume verteilen müssen

  1. Finden Sie Norden auf dem Grundriss der Wohnung oder mit einem Kompass vor Ort.
  2. Notieren Sie die Hauptrichtung jedes Raums — in welche Richtung das größte Fenster zeigt.
  3. Vergleichen Sie die Räume untereinander, nicht gegen ein Ideal. Der am meisten nach Osten ausgerichtete Raum der Wohnung ist der beste Tipp für Morgensonne in genau diesem Haus, egal ob er exakt rechtwinklig nach Osten zeigt.
  4. Stehen Sie zu dem Zeitpunkt im Raum, für den die Entscheidung gilt. Soll das Schlafzimmer für Morgenlicht genutzt werden, prüfen Sie es um 7 Uhr, nicht um 14 Uhr.
  5. Berücksichtigen Sie Schatten von Nachbarn und Bäumen — sie sind in einer einfachen Richtungsbeurteilung nicht enthalten.

Die endgültige Entscheidung sollte immer das, was Sie selbst im Raum erleben, ernster nehmen als eine Berechnung. Die Berechnung sagt Ihnen, wo Sie mit dem Schauen anfangen sollten — nicht, was Sie entscheiden sollen.

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Diese Artikel sind allgemeine Hinweise, keine Beratung zu deiner konkreten Wohnung. Regeln zu Flächen, Bauarbeiten und Genehmigungen unterscheiden sich von Land zu Land und ändern sich — frage vor jeder Entscheidung die Behörden oder eine Fachperson.