HouseSense

Welche Apps können einen Raum mit einem iPhone ausmessen?

Es gibt vier Arten: Apples eingebaute Messen-App, LiDAR-Scanner, kamerabasierte Apps ohne LiDAR und Zeichen-Apps, bei denen Sie die Maße selbst eingeben. Hier ist der Unterschied — und was jede Art kann und nicht kann.

Kurz gesagt: Apples eigene Messen-App ist bereits auf Ihrem iPhone und misst einzelne Abstände kostenlos, erstellt aber keinen Grundriss. Brauchen Sie einen Grundriss mit Flächen, brauchen Sie eine App für diesen Zweck — entweder einen LiDAR-Scanner (erfordert iPhone 12 Pro oder neuer), eine kamerabasierte AR-App (funktioniert auf allen neueren iPhones, ist aber empfindlicher), oder eine Zeichen-App, bei der Sie die Maße selbst von einem Maßband eintippen. Wählen Sie danach, was am Ende herauskommen soll: ein einzelnes Maß, eine Fläche, oder eine Zeichnung, mit der andere weiterarbeiten können.

Die vier Arten von Apps zum Ausmessen eines Raumes

Wenn Leute fragen, welche Apps einen Raum mit einem iPhone ausmessen können, vermischen sie meist vier verschiedene Dinge. Die vier Typen lösen jeweils eine eigene Aufgabe, und die Wahl hängt ganz davon ab, wofür Sie die Maße brauchen: ein einzelnes Maß für ein Regal, eine Fläche für einen Malermeister, oder einen ganzen Grundriss für einen Immobilienfall.

1. Apples Messen-App — Einzelmaße, kostenlos, schon installiert

Messen (auf Englisch Measure) gehört zu iOS und liegt auf allen iPhones ab iPhone SE (2. Generation) aufwärts. Sie richten das Telefon auf einen Punkt, setzen einen Startpunkt, bewegen das Telefon zum Endpunkt und erhalten den Abstand. Die App enthält auch eine Wasserwaage. Auf iPhone-Modellen mit LiDAR kann sie zudem die Körpergröße einer Person messen und erkennt leichter ein Rechteck — einen Tisch, ein Fenster, ein Bild an der Wand — und liefert Breite und Höhe in einem Zug.

Die Messen-App eignet sich hervorragend für ein Maß nach dem anderen: passt das Sofa durch die Tür, wie hoch ist die Decke, wie breit ist die Fensteröffnung. Aber sie fügt die Maße zu nichts zusammen. Es entsteht kein Grundriss, keine Quadratmeter, keine Datei, die Sie weiterschicken können. Es ist ein digitales Maßband, kein Zeichenbrett.

2. LiDAR-Scanner — der ganze Raum auf einmal

LiDAR-Scanner nutzen den kleinen Abstandsmesser, der neben den Kameralinsen bei den iPhone-Pro-Modellen sitzt. Sie gehen mit dem Telefon durch den Raum, und die App baut dabei die Geometrie auf: Wände, Türen, Fenster, Öffnungen und oft auch Möbel. Heraus kommt ein Grundriss, eine Fläche und meist auch ein 3D-Modell.

Die meisten Apps dieser Art fürs iPhone bauen auf RoomPlan auf, Apples eigenem Entwicklerwerkzeug aus dem Jahr 2022. Das ist keine App, die Sie herunterladen — es ist der Motor unter vielen von ihnen. Das erklärt auch, warum sich viele LiDAR-Scanner in der Nutzung ähnlich anfühlen: Derselbe Motor schaut sich den Raum an.

Die Kategorie reicht von breit angelegten Werkzeugen für die Baubranche bis zu Apps, die für eine einzige Art von Aufgabe gebaut sind. HouseSense gehört zur letzteren Gruppe: Sie ist für Wohnimmobilien gemacht und berechnet Flächen, Aufmaß und Sonneneinfall aus dem Scan. Apps kommen und gehen im App Store, prüfen Sie also immer, ob die, die Sie herunterladen, noch aktualisiert wird und was sie exportieren kann.

Die Voraussetzung: LiDAR steckt nur im iPhone 12 Pro und neueren Pro-Modellen — sowie in allen iPad Pro ab 2020. Ein iPhone 15 Plus hat es nicht; ein iPhone 15 Pro hat es. Fehlt dem Telefon LiDAR, lässt sich die App zwar trotzdem herunterladen, aber der Scan-Knopf fehlt entweder oder fällt allein auf die Kamera zurück.

3. Kamerabasierte AR-Apps — ohne LiDAR

Manche Apps messen ohne LiDAR, indem sie verfolgen, wie sich das Bild verändert, während Sie das Telefon bewegen — dieselbe Technik, die Apples Messen-App auf Nicht-Pro-Modellen nutzt. Das funktioniert, ist aber deutlich empfindlicher: Eine weiße Wand ohne Struktur, schlechtes Licht, eine glänzende Fliese oder ein Spiegel liefern weniger Anhaltspunkte, und die Maße können abdriften.

Diese Kategorie eignet sich gut für schnelle Überschläge und für Räume mit Mustern und Kanten, an denen sich die App festhalten kann. Sollen die Zahlen für ein Handwerkerangebot genutzt werden, sollten Sie sie mit einem Maßband an mindestens einem Maß pro Raum überprüfen.

4. Zeichen-Apps — Sie geben die Maße selbst ein

Der vierte Typ misst gar nichts. Sie zeichnen die Form des Raumes auf dem Bildschirm und tippen die Maße ein — entweder von einem Maßband oder von einem Laser-Entfernungsmesser. Dafür sind die Zahlen genau so genau, wie Ihre eigene Messung ist, und es funktioniert auf jedem iPhone unabhängig vom Alter, im Dunkeln, in einem leeren Haus ohne Strom, und in einem Raum voller Umzugskartons, wo kein Scanner die Wände sehen kann.

So machen Sie es in HouseSense: Sie ziehen ein Rechteck auf Millimeterpapier, und schon ist es ein Raum. Die Maße werden in ganzen Zentimetern eingegeben und als Innenmaße — von Wand zu Wand, wie man selbst misst. Wände rasten an der Nachbarwand ein und werden zu einer gemeinsamen Wand, sodass zwei Räume nie dieselben Quadratmeter doppelt zählen.

Bonus: Begleiter-Apps zu einem Laser-Entfernungsmesser

Haben Sie einen Laser-Entfernungsmesser mit Bluetooth — etwa von Leica oder Bosch — hat der Hersteller meist eine Begleiter-App, die die Maße direkt vom Messgerät empfängt und in eine einfache Skizze einträgt. Das ist die genaueste aller Lösungen für ein einzelnes Maß, weil der Laser gegen eine physische Wand misst und nicht raten muss, wo die Wand ist.

Was kommt bei den verschiedenen Apps heraus?

Wie genau wird es?

Keine App kann eine Genauigkeit auf den Zentimeter garantieren, denn sie hängt vom Raum und davon ab, wie Sie gehen. Was den Wert verschiebt, lohnt sich zu kennen:

Rechnen Sie durch, was ein Fehler bedeutet. Ein Raum, den Sie auf 4,00 × 3,00 m gemessen haben, ist 12,00 m². Trifft der Scan auf beiden Seiten 2 cm zu viel, erhalten Sie 4,02 × 3,02 = 12,14 m² — 0,14 m² zu viel, also rund 1,2 %. Für Anstrich und Bodenbelag ist das unerheblich; Sie rechnen ohnehin 5-10 % Verschnitt obendrauf. Für einen Bauantrag oder einen Streit um die Wohnfläche ist es nicht unerheblich, und dort müssen die Maße mit einem Maßband überprüft werden.

Muss die App etwas kosten?

Apples Messen-App gehört zum Telefon. Grundriss-Apps lassen sich meist kostenlos testen, und die Bezahlung setzt erst ein, wenn Sie exportieren oder mehrere Projekte speichern wollen. Achten Sie vor allem auf eines: Können Sie Ihre eigenen Daten wieder herausbekommen? Ein Grundriss, den Sie nicht exportieren können, lässt sich schwer weiterverwenden.

So wählen Sie

  1. Wofür werden die Maße gebraucht? Ein einzelnes Maß → Apples Messen-App. Eine Fläche oder eine Zeichnung → eine App für diesen Zweck.
  2. Hat das Telefon LiDAR? Nein → wählen Sie eine App, die sich auch zeichnen lässt, statt eine, die nur scannen kann.
  3. Sollen andere die Zeichnung nutzen? Dann prüfen Sie die Exportformate, bevor Sie beginnen: PDF zum Drucken, DXF für Zeichenprogramme, USDZ oder OBJ für 3D.
  4. Wo liegen Ihre Daten? Manche Apps senden den Scan an einen Server. HouseSense speichert alles in Ihrer eigenen iCloud ohne Konto und ohne Server.
  5. Können Sie hinterher korrigieren? Kein Scan wird beim ersten Versuch perfekt. Eine App, in der Sie eine Wand verschieben und das richtige Maß eintragen können, ist mehr wert als eine, die nur neu scannen kann.

Eine Sache, die keine App kann

Keine App auf einem iPhone kann feststellen, ob eine Wand tragend ist. Ein Scanner misst, wo die Wand steht und wie dick sie aussieht — nicht, was sie trägt. Diese Frage erfordert einen Bausachverständigen oder einen Ingenieur vor Ort, und diese Antwort sollten Sie niemals von einer App übernehmen.

Laden im App Storefür iPhone und iPad — zeichnen oder scannen

Ein Zuhause ist gratis. Pläne für mehr in der App.

Diese Artikel sind allgemeine Hinweise, keine Beratung zu deiner konkreten Wohnung. Regeln zu Flächen, Bauarbeiten und Genehmigungen unterscheiden sich von Land zu Land und ändern sich — frage vor jeder Entscheidung die Behörden oder eine Fachperson.