Wie viel Farbe brauche ich für einen Raum?
Rechnen Sie die Netto-Wandfläche aus — die Wandfläche minus Türen und Fenster —, multiplizieren Sie mit zwei Anstrichen und teilen Sie durch die Deckkraft. Hier ist die Rechnung komplett an einem echten Raum durchgeführt.
Kurz gesagt: Multiplizieren Sie den Umfang des Raums mit der Raumhöhe, ziehen Sie Türen und Fenster ab, und multiplizieren Sie mit zwei (weil zwei Anstriche nötig sind). Teilen Sie das Ergebnis durch die Deckkraft auf dem Eimer — typischerweise 6–8 m² pro Liter pro Anstrich bei gewöhnlicher Wandfarbe — und rechnen Sie 5–10 % Verlust dazu. Ein ganz normales Zimmer von 4,20 × 3,60 m mit 2,50 m Raumhöhe landet bei 34 m² Netto-Wandfläche und braucht etwa 9–12 Liter für zwei Anstriche. Die Angabe auf dem Eimer selbst geht immer vor jeder Faustregel.
Die Rechnung in vier Schritten
Farbe wird nach Wandfläche gekauft, nicht nach Bodenfläche. Ein schmaler Raum hat mehr Wandfläche pro Quadratmeter Boden als ein quadratischer Raum gleicher Größe, und ein Raum mit hoher Decke hat mehr als einer mit niedriger. Deshalb brauchen Sie nur vier Zahlen: den Umfang, die Höhe, die Öffnungen und die Deckkraft.
- Umfang × Höhe = Brutto-Wandfläche.
- Minus Türen und Fenster = Netto-Wandfläche. Das ist die Fläche, die gestrichen werden muss.
- Mal Anzahl der Anstriche — fast immer zwei.
- Geteilt durch die Deckkraft, plus 5–10 % Verlust = Anzahl Liter, die Sie kaufen.
Das Beispiel: ein Zimmer von 4,20 × 3,60 Metern
Nehmen Sie ein ganz gewöhnliches Schlafzimmer. Innenmaße 4,20 m und 3,60 m, 2,50 m vom Boden bis zur Decke. Es gibt eine Tür und zwei Fenster.
Schritt 1 — der Umfang. (4,20 + 3,60) × 2 = 15,60 Meter Wand rundherum. 15,60 × 2,50 = 39,0 m² Brutto-Wandfläche.
Schritt 2 — die Öffnungen. Die Tür misst 0,90 × 2,05 m = 1,85 m². Die beiden Fenster messen je 1,20 × 1,30 m = 1,56 m², also 3,12 m² zusammen. Insgesamt 4,97 m², gerundet auf 5,0 m². Die Netto-Wandfläche beträgt 39,0 − 5,0 = 34,0 m².
Schritt 3 — zwei Anstriche. 34,0 × 2 = 68 m² gestrichene Fläche. Das ist die Zahl, die die Farbe abdecken muss — nicht die 34.
Schritt 4 — Liter. Steht auf dem Eimer 8 m² pro Liter: 68 ÷ 8 = 8,5 Liter. Steht dort 6: 68 ÷ 6 = 11,3 Liter. Rechnen Sie 5–10 % Verlust dazu, und Sie landen bei 9–12,5 Litern. In der Praxis kaufen Sie einen 10-Liter-Eimer, wenn die Wände glatt und vorbehandelt sind — und 10 + 2,5 Liter, wenn sie rau, tapeziert sind oder die Farbe deutlich wechseln soll.
Beachten Sie, wie wenig die Türen und Fenster eigentlich ausmachten: knapp 13 % der Fläche. Das ist oft weniger als ein Liter Farbe. Haben Sie nur eine Tür und ein kleines Fenster, können Sie den Abzug ruhig überspringen und ihn stattdessen als Sicherheitsmarge behalten.
Wann zieht man Türen und Fenster ab — und wann nicht?
Die Faustregel unter Malern: Ziehen Sie nur Öffnungen ab, die größer als etwa 0,5 m² sind. Eine Tür und ein normales Fenster zählen. Eine Steckdose, ein kleines Kellerfenster oder eine Heizkörpernische zählen nicht — Sie streichen ohnehin darum herum, und an den Kanten geht mehr Farbe drauf, als auf der Fläche gespart wird.
Sollen Zarge und Türblatt auch gestrichen werden, kommt das obendrauf, nicht davon ab. Die Zarge ist eine schmale, zweiseitige Fläche, die mehr Farbe pro Quadratmeter schluckt als eine glatte Wand, und sie wird meist mit einer anderen Farbart als die Wand gestrichen.
Deckkraft: was die Zahl auf dem Eimer bedeutet
Die Deckkraft steht auf allen Eimern als „Ergiebigkeit" oder „m² pro Liter" und gilt pro Anstrich. Größenordnungen, wie sie üblicherweise angegeben werden:
- Wandfarbe, Glanzgrad 5–10: 6–8 m² pro Liter pro Anstrich.
- Deckenfarbe, ganz matt: 7–10 m² pro Liter pro Anstrich — die Decke ist glatt und saugt meist weniger.
- Grundierung/Primer: 8–12 m² pro Liter.
- Holzfarbe für Türen, Zargen und Leisten: 8–12 m² pro Liter, aber bei schmalen Bauteilen geht unverhältnismäßig viel drauf.
Diese Zahlen stammen von den Herstellern selbst und werden unter guten Bedingungen gemessen: eine glatte, grundierte, einfarbige Fläche, gerollt von einer geübten Hand. Ihre Wand ist selten diese Fläche. Die Angabe auf dem Eimer geht immer vor einem Artikel — auch diesem. Lesen Sie sie, bevor Sie rechnen.
Warum zwei Anstriche, und wann drei?
Zwei Anstriche sind Standard, weil ein einzelner Anstrich so gut wie nie gleichmäßig deckt. Selbst wenn die Farbe nass deckend aussieht, trocknet sie mit Schlieren, wo die Rolle dünner gezogen hat. Zwei Anstriche geben außerdem den gleichmäßigen Glanz, den das Auge tatsächlich als „schön gestrichen" wahrnimmt.
Rechnen Sie in drei Fällen mit drei Anstrichen: Sie gehen von dunkler zu heller Farbe, Sie streichen einen kräftigen Farbton (besonders Rot, Orange und Gelb, wo das Pigment schlecht deckt), oder die Wand ist frisch verspachtelt und saugt ungleichmäßig. Drei Anstriche im Zimmer von 4,20 × 3,60 m bedeuten 34 × 3 = 102 m² und damit etwa 13–18 Liter.
Neuer Putz, frisch verspachtelte Flächen und nie gestrichene Oberflächen müssen außerdem zuerst grundiert werden. Die Grundierung zählt als eigener Anstrich, braucht aber meist weniger Farbe pro Quadratmeter als die Deckfarbe.
Eine schnelle Überschlagsregel — und ihre Grenzen
Brauchen Sie nur eine Zahl im Kopf, gilt für einen einigermaßen quadratischen Raum mit 2,50 m Raumhöhe: Netto-Wandfläche ≈ Bodenfläche × 2 bis 2,5. Das Zimmer von 4,20 × 3,60 m hat 15,1 m² Boden, und 15,1 × 2,25 ≈ 34 m² — das passt zu den 34 m² Netto-Wandfläche, die die Rechnung ergab.
Die Regel hält nicht in einem langen, schmalen Flur, in einem Raum mit hoher Decke oder in einem Raum mit vielen Winkeln — dort kann der Faktor leicht 3 oder 4 werden. Hat der Raum eine Schrägwand, hält sie überhaupt nicht. Soll die Zahl für mehr als einen groben Überschlag verwendet werden, messen Sie den Umfang.
Wo HouseSense ins Spiel kommt
Der Umfang ist die Zahl, die am häufigsten falsch gemessen wird — man vergisst eine Nische, zählt einen Kamin als gerade Wand oder misst außen statt innen. HouseSense berechnet die Wandfläche direkt aus dem Grundriss selbst: Sie scannen den Raum mit dem LiDAR des iPhones oder zeichnen ihn auf Millimeterpapier in der App, und das Aufmaß zeigt die Wandfläche pro Raum, mit abgezogenen Türen und Fenstern, nach denselben Regeln wie in der Rechnung mit dem Zimmer von 4,20 × 3,60 m. Halten Sie eine einzelne Wand lange gedrückt, klappt die Wandansicht auf — die Wand von vorne mit ihren Öffnungen und Maßen —, sodass Sie genau sehen, welche Fläche die Zahl abdeckt.
Das Aufmaß lässt sich als PDF weitergeben, wenn ein Maler ein Angebot abgeben soll. Aber die Rechnung gehört Ihnen: Netto-Wandfläche × Anzahl Anstriche ÷ Deckkraft + Verlust. Das funktioniert mit der App, mit einem Maßband und mit einer Serviette.