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Wie breit sollte ein Flur sein?

Ein Flur sollte mindestens 90 cm breit sein, um zu funktionieren, 110-120 cm, wenn zwei Personen aneinander vorbeikommen sollen — und die Breite muss zwischen dem gemessen werden, was tatsächlich im Weg steht, nicht zwischen den Wänden.

Kurze Antwort: Ein Flur in einer Wohnung sollte mindestens 90 cm breit sein, um nutzbar zu sein, 100-110 cm, um angenehm zu sein, und 120-130 cm, wenn zwei Personen aneinander vorbeikommen sollen oder etwas an einer Wand stehen soll. Die Breite wird zwischen dem gemessen, was tatsächlich im Weg steht — eine Garderobenstange, eine Fußleiste oder ein Heizkörper — nicht zwischen den Wänden. Und sollen Möbel um eine Ecke im Flur gedreht werden können, muss er deutlich breiter als die Möbeltiefe sein: In einem 90 cm breiten Flur kann nichts mit 90 cm Tiefe überhaupt drehen.

Die fünf Flurbreiten und was sie können

Flurbreite ist keine einzelne Zahl, sondern ein Niveau, das Sie danach wählen, was der Flur können soll. Hier sind die Niveaus, wie sie in der Praxis in einer Wohnung funktionieren:

Die Zahlen oben sind Ergonomie, keine Rechtsvorschrift. Bei Neubau und Umbau gibt es Anforderungen an lichte Durchgangsbreiten und daran, dass die Wohnung von Menschen mit Gehbehinderung genutzt werden kann. Die Anforderungen hängen vom Gebäudetyp und den Bauvorschriften am jeweiligen Ort ab, und sie gelten normalerweise nicht rückwirkend für eine ältere Wohnung, in der Sie einfach nur wohnen. Müssen Sie umbauen, lassen Sie die aktuelle Anforderung von der Behörde bestätigen, bevor die Arbeiten beginnen — raten Sie nicht.

Die Breite wird zwischen dem gemessen, was im Weg steht

Die freie Breite des Flurs ist nicht der Abstand zwischen den Wänden. Ziehen Sie alles ab, was hineinragt:

Beispiel: Ein Flur misst 118 cm zwischen den Wänden. Es gibt Fußleisten auf beiden Seiten (2 × 1,5 cm), eine Garderobenleiste mit Jacken an einer Seite (22 cm) und einen Heizkörper auf halber Strecke (10 cm). Die freie Breite bei der Garderobenleiste ist 118 − 3 − 22 = 93 cm, und beim Heizkörper 118 − 3 − 10 = 105 cm. Die nutzbare Breite des Flurs ist also 93 cm — nicht 118.

Türen, die in den Flur schlagen

Eine Tür, die in den Flur öffnet, blockiert in dem Moment, in dem sie offen steht, einen Kreis mit der Breite des Türblatts als Radius. Ein 86 cm breites Türblatt, das in einen 100 cm breiten Flur schlägt, lässt weniger als 15 cm übrig, während es offen ist. Das ist selten gefährlich — man schließt die Tür ja wieder —, aber es bedeutet drei Dinge:

Die Ecke: Die Flurbreite entscheidet, was Sie hineinbekommen

Die wichtigste Aufgabe des Flurs ist oft die, an die niemand vor dem Umzugstag denkt: dass Möbel darin um 90° gedreht werden können. Das stellt weit höhere Anforderungen an die Breite als das Gehen.

Hier ist, wie lang ein Möbelstück höchstens sein darf, um flach um eine Ecke gedreht werden zu können, bei verschiedenen Flurbreiten und Möbeltiefen:

Beachten Sie den Sprung: zehn Zentimeter mehr Flur — von 100 auf 110 cm — verschieben die Grenze von 103 auf 131 cm. Die Flurbreite ist die einzelne Größe in einer Wohnung, bei der die letzten zehn Zentimeter am meisten bringen.

Die Rettung, wenn die Ecke zu eng ist, besteht darin, das Möbelstück hochkant zu kippen. Dann entscheidet nicht die Breite des Flurs, sondern die Raumhöhe: Sie brauchen freie Höhe für die gesamte Länge des Möbelstücks plus 10-15 cm. Messen Sie deshalb auch die Raumhöhe im Flur, wenn Sie planen, etwas Langes hineinzubringen.

Wie breit sollte ein Flur für Rollator und Rollstuhl sein?

Für einen Rollator sind 90 cm in der Praxis genug zum Geradeausfahren, aber zu wenig zum Wenden. Für einen gewöhnlichen manuellen Rollstuhl rechnet man normalerweise mit etwa 150 cm Durchmesser, um auf der Stelle wenden zu können, und mehr für einen Elektrorollstuhl. Geradeausfahren braucht weniger, aber dann werden die Türöffnungen zum kritischen Punkt: Eine Tür, die im Rollstuhl passiert werden muss, braucht spürbar mehr als eine 73,5er-Tür, und soll der Flur genutzt werden, muss Platz sein, um zur Tür hin einzudrehen.

Soll die Wohnung für dauerhafte Gehbehinderung eingerichtet werden, ist das eine Sache für eine Ergotherapeutin oder die Behörde, die am jeweiligen Wohnort Hilfsmittel bewilligt — nicht für Faustregeln. Die Zahlen hier dienen zum Sortieren, nicht zum Planen.

So finden Sie die richtige Breite Ihres Flurs

  1. Messen Sie den Flur zwischen den Wänden an mindestens drei Stellen — alte Flure sind selten parallel.
  2. Ziehen Sie Fußleiste, Heizkörper, Haken mit Kleidung, Schränke und Sicherungskasten ab. Notieren Sie die schmalste freie Breite.
  3. Messen Sie beide Breiten an jeder Ecke — das sind die beiden Zahlen, die den Möbeltransport entscheiden.
  4. Messen Sie die Raumhöhe im Flur. Sie ist Ihr Notausgang, wenn die Ecke zu eng ist.
  5. Messen Sie die lichte Durchgangsbreite der Türen, nicht die Maueröffnung.

Die Flurbreite ist ein Innenmaß. Sie steht nicht im amtlichen Gebäuderegister, das die Fläche der Wohnung gemessen bis zur Außenkante der Außenwände ausweist und nichts darüber sagt, wie die Fläche im Inneren verteilt ist. Scannen Sie die Wohnung mit dem LiDAR des iPhones in HouseSense, erhalten Sie einen maßstabsgetreuen Plan mit den Innenmaßen, aus dem sich die Flurbreite direkt ablesen lässt — und Sie können den Plan mit dem Finger auf Maß zeichnen, falls das Telefon kein LiDAR hat. Müssen Sie danach entscheiden, ob ein bestimmtes Möbelstück mit nur wenigen Zentimetern Spielraum um eine bestimmte Ecke kommt, prüfen Sie mit dem Zollstock nach. Die Zeichnung darf geschönt werden; die Zahlen nicht.

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Diese Artikel sind allgemeine Hinweise, keine Beratung zu deiner konkreten Wohnung. Regeln zu Flächen, Bauarbeiten und Genehmigungen unterscheiden sich von Land zu Land und ändern sich — frage vor jeder Entscheidung die Behörden oder eine Fachperson.