Wie messe ich die Raumhöhe im Keller?
Im Keller bestimmt selten die Decke selbst die Höhe — es sind die Rohre, die Kanäle und der Boden, der noch nicht verlegt ist. Messen Sie beides, und notieren Sie die freie Höhe unter dem niedrigsten Punkt.
Kurze Antwort: Messen Sie im Keller zwei Höhen: vom Boden zur Decke zwischen den Installationen, und die freie Höhe unter dem niedrigsten Rohr, dem niedrigsten Kanal oder dem niedrigsten Balken. Das ist die letzte Zahl, die bestimmt, wofür der Keller genutzt werden kann. Denken Sie außerdem daran, den künftigen Fußbodenaufbau abzuziehen — ein gedämmter neuer Boden mit Heizung kann der Höhe leicht 8-15 cm nehmen, bevor Sie überhaupt angefangen haben. Ob ein Kellerraum als Wohnraum genutzt werden darf, entscheiden die behördlichen Vorgaben — nicht das Maßband.
Die vier Maße, mit denen ein Keller beschrieben werden muss
Ein Keller hat selten eine einzige Raumhöhe. Die Geschossdecke über dem Keller trägt das Haus, und darunter verlaufen alle Leitungen, die das Haus braucht: Heizungsrohre, Abflüsse, Wasser, Strom und oft Lüftung. Jede von ihnen erzeugt genau dort, wo sie hängt, ihre eigene, niedrigere Höhe.
- Boden bis Decke zwischen den Installationen. Die nominelle Raumhöhe des Raums. Messen Sie an mindestens vier Stellen — Kellerböden sind oft mit Gefälle zu einem Abfluss gegossen.
- Freie Höhe unter dem niedrigsten Rohr oder Kanal. Messen Sie lotrecht vom Boden bis zur Unterkante des Rohrs. Notieren Sie auch, wo im Raum es sich befindet.
- Freie Höhe unter Balken oder dem Träger, wenn die Decke aus Holz ist oder einen sichtbaren tragenden Querbalken hat.
- Freie Höhe in Türöffnungen und unter der Treppe. Kellertüren sind oft niedriger als der Rest des Hauses, und die Treppe erzeugt eine schräge Unterseite, die an beiden Enden gemessen werden muss.
Notieren Sie jede Zahl mit Angabe, wo sie gemessen wurde. „2,18 m zwischen den Rohren, 1,94 m unter den Heizungsrohren entlang der Westwand, 1,88 m in der Türöffnung" ist brauchbar. „Etwa 2 Meter" ist es nicht.
Der noch nicht verlegte Boden frisst an der Höhe
Was die meisten überrascht, wenn ein Keller eingerichtet werden soll, ist, dass die Höhe unterwegs kleiner wird. Ein roher Betonboden im Keller ist selten etwas, worauf man direkt einen Bodenbelag verlegt: In der Regel braucht es eine Feuchtigkeitssperre und eine Dämmung, und soll eine Fußbodenheizung hinein, muss sie irgendwo Platz finden.
Größenordnungen dessen, was ein Fußbodenaufbau an Raumhöhe kosten kann:
- Nur ein Estrich oder ein Klickboden mit Unterlage: in der Größenordnung von 2-5 cm.
- Dämmung plus neuer Boden: oft 8-15 cm, je nachdem, wie viel Dämmung nötig ist.
- Dämmung plus Fußbodenheizung und Ausgleichsschicht: kann noch mehr werden.
Rechnen Sie es durch, bevor Sie sich freuen: Sind 2,18 m vom rohen Betonboden bis zur Decke vorhanden, und der Fußbodenaufbau nimmt 12 cm, bleiben Ihnen 2,06 m — und unter den Heizungsrohren entlang der Wand noch weniger. Das ist die Art Rechnung, die entscheidet, ob ein Keller ein Aufenthaltsraum wird oder ein Abstellraum bleibt.
Die Rohre: verlegen oder damit leben?
Sind es die Installationen, die die Höhe stehlen, gibt es drei Wege, und sie kosten sehr unterschiedlich viel:
- Sie lassen und darum herum bauen. Ein Rohrkasten entlang der Wand oder in einer Ecke kostet keine nutzbare Höhe, wenn die Rohre ohnehin nahe an der Wand liegen. Das ist mit Abstand die günstigste Lösung.
- Die Rohre zwischen die Balken oder näher an die Decke umlegen. Das ist Installateurarbeit und kann 10-20 cm zurückgewinnen — aber nur, wenn dort oben Platz ist und das Gefälle der Abflüsse noch eingehalten werden kann. Abflüsse lassen sich nicht einfach verlegen; sie brauchen durchgängig Gefälle.
- Den Boden absenken. Das bedeutet eine Ausschachtung unter dem Niveau des Fundaments und ist eine Konstruktionsänderung, die immer einen beratenden Ingenieur oder Bausachverständigen erfordert. Weder eine App noch ein Scan noch ein Artikel können beurteilen, ob das in Ihrem Haus vertretbar ist.
Feuchtigkeit und Licht gehören zur Beurteilung dazu
Die Raumhöhe ist nur eine von drei Fragen, die ein Keller bestehen muss. Die anderen beiden sind Feuchtigkeit und Tageslicht, und sie sind oft die entscheidenden.
Feuchtigkeit: Ein Keller, der modrig riecht, dunkle Flecken am Sockel oder Salzausblühungen am Mauerwerk hat, muss das Feuchtigkeitsproblem gelöst bekommen, bevor überhaupt ein Boden verlegt wird. Baut man einen dichten Boden und eine gedämmte Wand auf eine feuchte Konstruktion, verlagert man das Problem hinter die Platten, wo es nicht mehr zu sehen ist.
Tageslicht: Kellerfenster sitzen hoch an der Wand und sind oft klein, und der Lichtschacht davor stiehlt zusätzlich Licht. Messen Sie die freie Glasfläche des Fensters und notieren Sie, wie hoch über dem Boden die Oberkante sitzt — die Oberkante bestimmt, wie weit das Licht über den Boden hineinreicht.
Darf der Keller als Wohnraum genutzt werden?
Diese Frage entscheiden die Behörden, nicht das, was Sie selbst ausmessen können. Fast überall gibt es Vorgaben zu Raumhöhe, Tageslicht, Fluchtwegen und Feuchtigkeitsschutz, und diese müssen erfüllt sein, bevor ein Kellerraum als Wohnraum zählt und in die Wohnfläche eingerechnet werden darf. Wo genau die Grenzen liegen, unterscheidet sich von Land zu Land und von Gemeinde zu Gemeinde.
Die praktische Vorgehensweise: Messen Sie den Raum aus, zeichnen Sie ihn, notieren Sie die Höhen einschließlich der freien Höhen unter den Installationen — und legen Sie die Zahlen dann den Behörden vor, bevor Sie irgendetwas bestellen. Ist der Keller bereits von einem früheren Eigentümer ausgebaut worden, lohnt es sich zu prüfen, ob die Fläche im amtlichen Register eingetragen ist und ob die Arbeit seinerzeit genehmigt wurde.
So kommt der Keller mit in die Zeichnung
HouseSense kann den Keller als eigenes Geschoss aufnehmen, sodass Grundriss und Flächen das ganze Haus abdecken und nicht nur das Erdgeschoss. Sie können die Räume mit dem LiDAR des iPhone scannen oder auf dem Millimeterpapier in der App einzeichnen, und die Geschosse werden im 3D-Modell gestapelt, sodass Sie sehen können, wie der Keller unter dem Rest des Hauses liegt.
Die Höhen müssen Sie selbst mit Maßband oder Laser messen — sowohl Boden bis Decke als auch die freien Höhen unter Rohren, Kanälen und Balken. Notieren Sie sie als Zahlen mit Ortsangabe, nicht als Durchschnitt. Ein Scan liefert Ihnen Form und Fläche des Raums; es sind Ihre eigenen Höhenmaße, mit denen ein Handwerker rechnet.
Ein Rechenbeispiel von Anfang bis Ende
Ein Keller wurde so gemessen: 2,21 m vom rohen Betonboden bis zur Decke zwischen den Installationen, 2,15 m in der niedrigsten Ecke, 1,97 m unter den Heizungsrohren entlang einer Wand und 1,89 m in der Türöffnung.
Soll ein gedämmter Boden mit einem Aufbau von 12 cm verlegt werden, ergeben sich folgende nutzbare Zahlen: 2,03 m freie Höhe in der niedrigsten Ecke, 1,85 m unter den Heizungsrohren und 1,77 m in der Türöffnung. Das sind die drei Zahlen, die ein Handwerker braucht — nicht „gut zwei Meter".
Mit diesen Zahlen in der Hand können Sie entscheiden: Lassen sich die Heizungsrohre umlegen, gewinnen Sie genau dort 10-20 cm zurück, wo heute 1,85 m sind. Geht das nicht, muss der Raum so eingerichtet werden, dass man nicht darunter läuft — zum Beispiel mit Schränken oder einem Bett entlang dieser Wand.