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Wie messe ich einen Raum mit dem Maßband aus — und welche Maße vergisst man?

Messen Sie die Wände innen entlang des Bodens, und nehmen Sie dann die fünf Maße, die man immer vergisst: beide Diagonalen, die Raumhöhe an mehreren Stellen, das lichte Türmaß, das Fensterloch mit Brüstungshöhe und die Wanddicke in jeder Öffnung.

Kurz gesagt: Messen Sie die vier Wände des Raums innen in etwa 10 cm Höhe entlang des Bodens, und notieren Sie jedes Maß in Zentimetern. Nehmen Sie danach die fünf Maße, die fast immer vergessen werden: 1) beide Diagonalen von Ecke zu Ecke — sie verraten, ob der Raum rechtwinklig ist. 2) die Raumhöhe an mindestens drei Stellen, nicht nur an einer. 3) das lichte Türmaß (Breite und Höhe der Öffnung bei geöffneter Tür). 4) Breite und Höhe der Fensteröffnung plus die Brüstungshöhe vom fertigen Boden bis zur Oberkante des Fensterrahmens. 5) die Wanddicke, gemessen in einer Tür- oder Fensteröffnung — gern in mehreren Öffnungen, denn sie ist selten überall gleich. Mit diesen Maßen kann jeder den Raum hinterher korrekt zeichnen.

Die Reihenfolge, die das Ausmessen schnell macht

Ein Aufmaß mit dem Maßband geht schief, wenn es zu losen Zahlen auf einem Zettel wird. Die Lösung ist eine feste Reihenfolge, die Sie jedes Mal in jedem Raum durchgehen:

  1. Zeichnen Sie eine grobe Skizze des Raums — das Rechteck muss nicht maßstabsgetreu sein.
  2. Messen Sie die vier Wände innen entlang des Bodens, und schreiben Sie das Maß direkt an die richtige Linie in der Skizze.
  3. Messen Sie beide Diagonalen und schreiben Sie sie quer über die Skizze.
  4. Messen Sie die Raumhöhe an drei Stellen und schreiben Sie sie in drei Ecken.
  5. Gehen Sie die Wände entlang und messen Sie jede Tür und jedes Fenster — Breite der Öffnung, Höhe der Öffnung, Abstand von der nächsten Ecke, und bei Fenstern zusätzlich die Brüstungshöhe.
  6. Messen Sie die Wanddicke in jeder Öffnung, in der Sie ohnehin gerade stehen.

Ein gewöhnlicher Raum dauert so 5-10 Minuten. Das ist langsamer als ein Scan mit einem iPhone mit LiDAR, bei dem dieselben Flächen in unter einer Minute erfasst werden — aber das Maßband braucht kein Telefon, funktioniert in einem völlig leeren Haus ohne Strom, und ein einzelnes wichtiges Maß mit dem Maßband bleibt die beste Kontrolle eines Scans.

Maß 1: Die Diagonalen — das Maß, das einen schiefen Raum verrät

Die Diagonale ist das am häufigsten vergessene Maß bei einem Aufmaß, und es ist das Maß, das entscheidet, ob die restlichen Zahlen überhaupt zusammenpassen. Messen Sie von einer Ecke schräg zur gegenüberliegenden, und tun Sie das für beide Diagonalen.

In einem perfekt rechtwinkligen Raum sind die beiden Diagonalen genau gleich lang. Sind sie unterschiedlich, ist der Raum ein Parallelogramm oder schlimmer — und ein Grundriss, der 90° in den Ecken annimmt, wird falsch sein.

Die Rechnung: Ist der Raum 400 cm × 300 cm und rechtwinklig, müssen beide Diagonalen √(400² + 300²) = √(160000 + 90000) = √250000 = 500 cm betragen. Messen Sie stattdessen 494 cm auf der einen und 506 cm auf der anderen, ist der Raum aus dem Winkel. Die 12 cm Unterschied entsprechen Ecken, die anderthalb Grad von 90° abweichen, und einer Wand, die etwa 10 cm versetzt zum gegenüberliegenden Ende des Raums steht — genug, damit eine Küchenzeile, eine Schiebetür oder ein Dielenboden, der an der Wand ausgerichtet verlegt wird, schief wird.

Die Diagonale ist außerdem der einzige Weg, einen schiefen Raum mit dem Maßband allein korrekt auszumessen. Vier Wandmaße beschreiben einen Raum nicht eindeutig: Ein Viereck mit denselben vier Seiten lässt sich zu unendlich vielen Formen kippen. Fügen Sie eine Diagonale hinzu, ist die Form fixiert. Deshalb messen Zimmerleute und Landvermesser in Dreiecken — das Dreieck ist die einzige Form, die sich nicht kippen lässt.

Ist der Raum nicht viereckig, sondern hat einen Vorsprung oder eine schräge Ecke, teilen Sie ihn in der Skizze in Dreiecke und Rechtecke auf und messen eine Diagonale in jedem Teil.

Maß 2: Die Raumhöhe — an mindestens drei Stellen

Die Raumhöhe wird fast immer nur an einer Stelle gemessen, in der Raummitte, und als die Höhe des Raums notiert. Das hält selten stand. Böden setzen sich, alte Deckenkonstruktionen hängen in der Mitte durch, und eine abgehängte Decke folgt einer anderen Ebene als die ursprüngliche.

Messen Sie die Höhe an mindestens drei Punkten: zwei gegenüberliegenden Ecken und einem Punkt in der Mitte der längsten Wand. Beträgt die Abweichung mehr als 2-3 cm, notieren Sie alle drei Zahlen — nicht den Durchschnitt. Der Unterschied ist wichtig, wenn Sie:

In einem Raum mit Dachschrägen oder First messen Sie stattdessen drei andere Werte: die Höhe am Knick (wo die Schräge auf die senkrechte Wand trifft), die Höhe am First, und den waagrechten Abstand von der Wand bis zum Knick. Mit diesen drei Zahlen lässt sich die Dachneigung berechnen und das tatsächliche Raumvolumen bestimmen.

Maß 3: Das lichte Türmaß

Die meisten messen das Türblatt. Was zählt, ist die Öffnung. Das lichte Maß ist die kleinste Breite und Höhe, durch die ein Gegenstand passt, wenn die Tür ganz offen steht — also gemessen zwischen den Innenseiten der Zarge, nicht zwischen den Kanten der Maueröffnung.

Messen Sie die Breite zwischen den beiden Innenseiten der Zarge in etwa 1 m Höhe, und die Höhe vom fertigen Boden bis zur Unterkante der Zarge. Achten Sie auf drei Dinge, die Zentimeter stehlen und in keinem Grundriss stehen:

Das Maß ist entscheidend, wenn ein Kühlschrank, ein Sofa oder eine Badewanne hineinsoll. Notieren Sie immer, in welche Richtung die Tür schlägt und auf welcher Seite die Scharniere sitzen — das ist die halbe Antwort darauf, ob das Möbelstück um die Ecke nach der Tür kommt.

Notieren Sie außerdem den Abstand von der nächsten Raumecke bis zur Kante der Zarge. Ohne dieses Maß wissen Sie, wie breit die Tür ist, aber nicht, wo sie sitzt — und dann lässt sich der Raum nicht zeichnen.

Maß 4: Die Fensteröffnung und die Brüstungshöhe

Ein Fenster braucht vier Maße, und das vierte ist das, was vergessen wird: Breite der Öffnung, Höhe der Öffnung, Abstand von der nächsten Ecke bis zur Kante der Öffnung, und die Brüstungshöhe — der Abstand vom fertigen Boden bis zur Oberkante des Fensterrahmens.

Die Brüstungshöhe entscheidet mehr, als man denkt. Sie bestimmt, ob eine Küchenarbeitsplatte in 90 cm Höhe an das Fenster stößt, ob ein Heizkörper darunter passt, ob ein Bett oder ein Sofa an der Wand stehen kann, ohne das Glas zu verdecken, und wie viel Licht tatsächlich auf den Boden im Raum fällt. Zwei Fenster mit gleich großer Öffnung, das eine mit 40 cm Brüstung und das andere mit 110 cm, ergeben völlig unterschiedliche Räume.

Messen Sie die Öffnung, nicht das Glas. Rahmen und Flügel nehmen meist 8-12 cm ringsum ein, sodass das Glasmaß deutlich kleiner ist als die Öffnung — und die Öffnung ist es, die ein Grundriss und eine Angebotsberechnung brauchen. Soll ein neues Fenster bestellt werden, ist es umgekehrt das Außenmaß des Rahmens, nach dem der Glaser fragt — messen Sie beides, während Sie ohnehin dort stehen.

Maß 5: Die Wanddicke — in jeder Öffnung

Die Wanddicke lässt sich am einfachsten dort messen, wo die Wand ohnehin durchbrochen ist: in einer Tür- oder Fensteröffnung. Messen Sie quer durch die Laibung von der Raumseite zur anderen Seite, und ziehen Sie gegebenenfalls die Verkleidung der Zarge ab, wenn sie diese verdeckt.

Die Wanddicke wird aus drei Gründen gebraucht. Erstens: Ohne sie können Sie die Räume nicht zu einem Grundriss zusammenfügen — zwei Räume, die eine Wand teilen, müssen genau um die Wanddicke auseinandergeschoben werden. Zweitens verrät sie etwas darüber, was die Wand ist: eine 10-12 cm dicke Wand ist meist eine leichte Trennwand oder eine halbsteinstarke Wand, während 30 cm und mehr meist eine Außenwand oder eine kräftige Innenwand sind. Drittens erklärt sie den Unterschied zwischen Ihrem Innenmaß und den Außenmaßen, die offizielle Wohnungsregister verwenden.

Wichtig: Die Wanddicke sagt Ihnen nicht, ob die Wand tragend ist. Dicke Wände können nicht-tragend sein, und erstaunlich dünne Wände können tragen. Soll eine Wand entfernt werden, braucht es einen Bausachverständigen oder einen Statiker — keine App und kein Maßband kann das entscheiden.

Messen Sie die Dicke in mehreren Öffnungen derselben Wohnung. In einem Haus mit Anbau, Nachdämmung oder neueren Trennwänden ist die Dicke selten an zwei Stellen gleich.

So schreiben Sie die Maße auf, damit sie hinterher nutzbar sind

Ein Aufmaß ist nur etwas wert, wenn es in drei Monaten noch lesbar ist. Vier Regeln erledigen das:

Sind die Maße genommen, müssen sie gezeichnet werden. Das geht auf Millimeterpapier, in einem Zeichenprogramm — oder in HouseSense, wo Sie die Wohnung mit dem Finger nachzeichnen und Ihre eigenen Maße für jede Wand eintragen können, sodass der Grundriss maßstabsgetreu wird, auch ohne Scan. Haben Sie ein iPhone mit LiDAR, können Sie es umgekehrt machen: erst den Raum scannen und dann das Maßband nutzen, um die Maße zu kontrollieren, die am wichtigsten sind — meist genau die Diagonale, die Raumhöhe und die lichten Maße.

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Diese Artikel sind allgemeine Hinweise, keine Beratung zu deiner konkreten Wohnung. Regeln zu Flächen, Bauarbeiten und Genehmigungen unterscheiden sich von Land zu Land und ändern sich — frage vor jeder Entscheidung die Behörden oder eine Fachperson.