Wie wechselt man das Geschoss in einem 3D-Rundgang einer Wohnung?
Ein 3D-Modell eines mehrstöckigen Hauses lässt sich schwer als ein einziger zusammenhängender Raum zeigen — die Treppe verbindet zwei Böden, die selten gleich gescannt oder gezeichnet werden. Die meisten Apps lösen das mit einem Teleport-Punkt statt einer echten Treppe, die man hinaufgehen kann.
Kurze Antwort: Die meisten 3D-Rundgänge in Wohn-Apps wechseln das Geschoss an einem festen Punkt — einem Portal, einer Markierung oder einem Treppenmodell, in das man hineingeht oder das man antippt — statt Sie Stufe für Stufe eine echte Treppe hinaufgehen zu lassen. Der Grund ist technisch: Jedes Geschoss wird in der Regel einzeln gescannt oder gezeichnet, und die beiden Böden hängen als Geometrie nicht zusammen, nur als Daten. Ob die echte Treppe im Scan enthalten ist, hängt ganz von der App ab, und davon, ob die Treppe überhaupt gescannt wurde.
Warum ist der Geschosswechsel in einem 3D-Modell schwierig?
Ein Haus mit mehreren Geschossen wird fast immer geschossweise aufgemessen. Das gilt unabhängig davon, ob mit der Telefonkamera gescannt oder anschließend auf Papier gezeichnet wird. Das Erdgeschoss ist eine zusammenhängende Fläche, das Obergeschoss eine andere — und die beiden hängen nur an einer Stelle zusammen: bei der Treppe.
Das Problem ist, dass die Treppe das am schwersten präzise zu erfassende Bauteil ist. Sie hat schräge Stufen, oft einen Absatz, häufig ein Geländer mit Lücken, und sie erstreckt sich von einem Bodenniveau zum anderen. Die meisten Aufmaß-Werkzeuge sind darauf gebaut, senkrechte Wände und waagerechte Böden zu erkennen — eine Treppe ist weder das eine noch das andere. Deshalb wird sie entweder stark vereinfacht, oder sie wird gar nicht Teil der Geometrie, auf der das Modell aufbaut.
Die Folge: Die App kann Ihnen ohne Weiteres zwei schöne, maßstabsgetreue Geschosse einzeln zeigen. Schwer fällt ihr, sie zu einem Modell zusammenzunähen, das Sie ohne Bruch durchqueren können.
Die drei Wege, wie Apps den Geschosswechsel lösen
- Teleport-Punkt oder Portal. Sie gehen zu einer bestimmten Stelle — meist dort, wo die Treppe steht, oder mitten in dem Raum, der die meisten Verbindungen zum Rest des Hauses hat —, und ein Antippen oder Durchqueren versetzt Sie direkt ins andere Geschoss. Keine Stufen, kein Zwischenraum. Das ist die häufigste Lösung, weil sie kein präzises Treppenmodell braucht.
- Puppenhaus-Ansicht mit Geschossauswahl. Bekannt aus mehreren 3D-Immobilienscannern: Das ganze Haus wird von außen und von oben gezeigt, in Schichten aufgeschnitten, und Sie klicken sich in das Geschoss, das Sie sehen wollen. Das ist kein Rundgang im klassischen Sinn, sondern ein schneller Überblick.
- Eine echte, begehbare Treppe. Manche Apps bauen ein vereinfachtes Treppenmodell aus der gemessenen Stufenzahl und der Geschosshöhe, sodass Sie tatsächlich hinaufgehen. Das wirkt am natürlichsten, setzt aber voraus, dass die App die Geschosshöhe genau kennt und eine feste Annahme zur Stufenhöhe trifft — sie ist selten eine originalgetreue Kopie der echten Treppe.
Keiner der drei Wege ist falsch. Sie beantworten unterschiedliche Fragen: Überblick, Geschwindigkeit oder Erlebnis.
Kommt die Treppe im Scan mit?
Nur teilweise, und das gilt für so gut wie alle Aufmaß-Apps, die die Kamera oder das LiDAR des Telefons nutzen. Die Geometrie der Treppe — schräge Stufen, offenes Geländer, ein Absatz, der die Richtung wechselt — ist genau die Art Form, bei der Aufmaß-Algorithmen am schlechtesten sind, weil sie darauf trainiert sind, flache Wände und rechte Winkel zu finden.
In der Praxis heißt das: Der Treppenraum wird meist als gewöhnlicher Raum mit einer bestimmten Höhe erfasst, aber die Stufen und das Geländer selbst kommen selten präzise als maßstabsgetreue Geometrie mit. Das ist kein Fehler der einzelnen App — es ist eine Grenze dessen, wofür Raumerkennung gebaut ist. Muss die Treppe exakt dokumentiert werden, sind ein paar Fotos oder ein Video oft zuverlässiger als ein 3D-Scan.
Woher weiß die App, wo das Portal stehen soll?
Wenn eine App einen Teleport-Punkt statt einer echten Treppe verwendet, muss sie den Punkt trotzdem an einer sinnvollen Stelle platzieren. Die brauchbarste Regel ist, ihn in dem Raum jedes Geschosses zu setzen, der die meisten Verbindungen zum Rest des Hauses hat — meist ein Flur, ein Eingangsbereich oder der Treppenabsatz, weil Menschen sich in der Realität genau dort hindurchbewegen. Ist die genaue Lage der Treppe aus dem Aufmaß bekannt, kann das Portal stattdessen genau dort gesetzt werden, sodass der Geschosswechsel an der Stelle geschieht, an der Sie ihn erwarten würden.
Keller, Erdgeschoss und Obergeschoss — hängen sie in einem Modell zusammen?
Ja, als Daten — aber nicht zwangsläufig als ein einziger zusammenhängender geometrischer Körper. Die meisten Apps speichern jedes Geschoss als eigenen Satz von Räumen und Wänden, mit einer gemeinsamen Geschosshöhe, die genutzt wird, um sie beim Anzeigen des ganzen Hauses von außen korrekt aufeinanderzustapeln. Der Keller wird unter das Gelände gelegt, das Erdgeschoss auf Geländeniveau, das Obergeschoss darüber. Das ergibt ein korrektes Außenbild des Hauses, auch wenn Sie von innen jedes Geschoss als sein eigenes, über den Geschosswechsel verbundenes Modell erleben.
Was Sie selbst für ein besseres Ergebnis tun können
- Scannen oder zeichnen Sie jedes Geschoss einzeln, mit demselben Startpunkt. Die meisten Apps bitten darum — es erleichtert das spätere korrekte Stapeln der Geschosse.
- Erfassen Sie den Treppenraum in seiner vollen Höhe, auch wenn die Stufen selbst nicht präzise werden. Die Höhe wird oft zur Berechnung der Geschosshöhe genutzt.
- Notieren Sie Stufenzahl und Stufenhöhe selbst, wenn die Treppe für etwas Konkretes gebraucht wird, etwa eine Bestellung eines neuen Geländers oder eine Renovierung. Das ist ein Maß, das Sie schneller mit dem Zollstock nachmessen, als sich auf einen Scan zu verlassen.
Was HouseSense tut
HouseSense zeigt eine mehrstöckige Wohnung in einem 3D-Rundgang mit einem Geschosswechsel, der wie ein schwebendes Portal wirkt: Gehen Sie hinein, wechseln Sie ins nächste Geschoss — über dem Gelände im Obergeschoss, in den Boden hinab im Keller. Das Portal steht als Ausgangspunkt im am besten verbundenen Raum des Geschosses, verschiebt sich aber zur echten Treppe des Hauses, wenn diese gescannt und als Treppe erkannt wurde. Die Stufen selbst sind kein Teil der maßstabsgetreuen Geometrie — das ist die Grenze, die für alle Aufmaß-Apps gilt, nicht nur für diese.
Soll stattdessen eine Fachperson die Treppe zeichnen?
Soll die Treppe umgebaut, versetzt oder in einen Bauantrag aufgenommen werden, ist eine Aufmaß-App nicht das richtige Werkzeug. Treppen unterliegen Anforderungen an Steigungsverhältnis, Geländerhöhe und Kopffreiheit, die eine Fachperson oder ein Planungsbüro nach geltenden Regeln misst und zeichnet — nichts, was ein Telefon-Scan feststellen kann. Nutzen Sie das Modell der App für den Überblick und um zu zeigen, wo die Treppe im Gesamthaus liegt. Nutzen Sie eine Fachperson für alles, was gebaut werden soll.